10 erstaunliche Erkenntnisse über das Huhn

Das Huhn zählt bis heute zu den „unbekannten Wesen“. Bisher weiß man noch viel zu wenig über das, was in ihrem Innersten vor sich geht.

Aber es gibt schon jetzt jeden Menge interessanter Erkenntnisse.

Wußten Sie …

… dass Hühner mehr als 30 verschiedene Lautäußerungen im Petto haben? Haushühner sind dabei deutlich gesprächiger, als ihre wildlebenden Artgenossen. Sowohl das Gehör, als auch die „Sprache“ ist beim Haushuhn sehr gut entwickelt.

Jedes Huhn ist ein Individuum

Hühner sind sehr neugierige Tiere.  Sie schließen Freundschaften, können einander erkennen, lieben ihre Kinder und verbringen den lieben langen Tag mit den Sachen, die ihnen Spaß machen – vorausgesetzt, sie haben in einer möglichst natürlichen Haltungsform überhaupt die Möglichkeit dazu. Jedes Huhn hat eine mehr oder weniger ausgeprägte, bzw. für den Menschen sichtbare Persönlichkeit. Manche Hühner sind besonders vorwitzig, einige hingegen eher zurückhaltend und schüchtern, die anderen wiederum mutig und draufgängerisch, bis hin zu aggressiv und es gibt sogar Hühner, die auf Musik stehen und die Gesellschaft ihres Menschen regelrecht genießen.

Hühner sind alles andere als dumm

Der australische Tierverhaltensforscher Dr. Chris Evans fand u.a. heraus, dass Hühner sehr wohl verstehen, dass versteckte Gegenstände noch vorhanden und keineswegs verschwunden sind, nur, weil sie gerade außer Sichtweite sind.

Hühner sind wahre Intelligenzbestien

Hühner können sich sinnbringend unterhalten, eine Fähigkeit, die sonst nur Primaten an den Tag legen. So fand der Australier heraus, dass Hühner sich über Futterstellen gegenseitig informieren, genau, wie es Primaten handhaben.

Hühner sind sehr sozial

Dr. Joy Mench von der University of California fand heraus, dass Hühner über ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen. Dass die Pickordnung der sozialen Rangfolge dient, ist bereits hinlänglich bekannt, dass Hühner aber mehr als hundert andere Hühner erkennen und sich sogar an sie erinnern können, dürfte den meisten Hühnerhaltern neu sein. Nicht nur die Pickordnung dient dabei der Klärung der Rangfolge, auch mehr als dreißig verschiedene Verständigungslaute helfen den Hühnern dabei, ihre Artgenossen voneinander zu unterscheiden. Tiefe Freundschaftsbeziehungen zu anderen Hühnern sind dabei keine Seltenheit. Einige Bindungen sind so eng, dass beim Tod der geliebten „Freundin“ die Trauer so groß ist, dass das verlassene Huhn selbst ebenfalls kurze Zeit später stirbt.

Wenn es mit dem Sehen hapert

Das Huhn ist mit einem hervorragenden Nahsinn ausgestattet und kann kleine Gegenstände bis zu einer Entfernung von 5 Metern hervorragend erkennen.

Dafür hapert es bei der Fernsicht. Hier sieht das Huhn lediglich große Gegenstände einigermaßen scharf und auch nur bis zu einer Entfernung von etwa 50 Metern. Die „Fehlsichtigkeit“ erklärt dabei das Revierverhalten des Huhns, das sich nur ungerne sehr weit vom heimischen Stall entfernt.

Das Huhn und das räumliche Sehen

Auch das räumliche Sehen ist eine etwas vertrackte Angelegenheit. Wieder ist die Anatomie Schuld, denn für das räumliche Sehen muss erst das eine, dann das andere Auge ein Objekt anvisieren. Hierdurch kommt es zum typischen Zickzackgang unserer Hühner, sonst wäre es ihnen kaum möglich, das Gleichgewicht zu halten und „stolperfrei“ zu gehen.

Wie bunt ist die Welt

Das Farbsehen ist beim Huhn übrigens sehr gut, zumindest kann es Farben bei Helligkeit gut unterscheiden. Im Dunkeln wird das Sehvermögen hingegen stark eingeschränkt – Hühner sind ziemlich nachtblind.

Was kommt denn da?

Um das diffizile Sehvermögen auszugleichen, sind Hühner mit einem besonderen Sinn ausgestattet. Vibrationsorgane auf der gesamten Haut und vor allem an den Beinen sorgen dafür, dass kleinste Schwingungen in Boden und Luft wahrgenommen werden. So ist es dem Huhn möglich, die Annäherung des Feindes selbst bei tiefster Dunkelheit oder aus ungünstigen Annäherungspositionen zu bemerken.

Das eifersüchtige Huhn

Emotionen, wie Eifersucht, sind bei Hühnern ebenfalls oft zu beobachten. Vor allem, wenn die Hühnerherde Zuwachs durch ausgewachsene Hennen bekommt, ist das Gezanke am Anfang groß. Einige Hennen gehen gar soweit, dass sie das Eierlegen in dieser Zeit gänzlich einstellen.

Hühner empfinden Mitgefühl

Die britische Biologin Joanne Edgar attestierte Hühnern die Fähigkeit, echtes Mitgefühl zu entwickeln. Kenntlich machte sie das bei einem Experiment mit einer gluckenden Henne. Die Wissenschaftlerin setzte die Henne und eines ihrer Küken in einen, nur durch eine Plexiglasscheibe getrennten, Käfig und ärgerte entweder Henne oder Küken mit harmlosen Luftstößen. Selbst ohne, dass das Küken Stressrufe von sich gab, geriet die Vogelmutter in den selben Stresszustand, wenn ihr Küken drangsaliert wurde, als wenn der Luftstrom auf sie traf. Ihre Reaktion war ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie mit ihrem Küken mitfühlt.